Die Macht des Geldes

Do 23. November 2017
19:30bis21:30
19:30bis21:30

Ver.di-Haus Ludwigshafen, Kaiser-Wilhelm-Str. 7

Referent:
Dr. Andreas Deckert, Heidelberg
„It’s the economy, stupid!
– Is the economy stupid?“

„Es ist die Wirtschaft, Dummkopf! – Ist die Wirtschaft dumm?“

Die gängigen Theorien über erfolgreiche Regierungsführung verweisen auf „good governance“ als Grundpfeiler für den Zusammenhalt moderner Gesellschaften und ihrer Institutionen.

Will man Korruption verhindern, braucht es Transparenz bei der Aufstellung von Budgets, Bürgerbeteiligung und ein faires Rechtssystem.

Die Staaten treffen jedoch in zunehmendem Maße politische Entscheidungen, die sich überwiegend an der vermeintlichen Rationalität des Geldsystems und der Finanzmärkte ausrichten statt an den Bedürfnissen der Gesellschaft.
Dazu tragen Verflechtungen der nationalen politischen Systeme z.B. der EU mit nicht regulierten internationalen Finanzmärkten wesentlich bei.

Das unterhöhlt den sozialen Zusammenhalt, führt zu ungewollten Abhängigkeiten und dem vermehrten Auftreten von gesellschaftlichen Problemen.

Geld oder der Mangel an Geld sind zu absoluten Argumentationskeulen geworden.

Der Referent verfolgt die Entwicklung von Geldsystemen von der Antike bis in die Gegenwart. Er beleuchtet dabei die Rolle des Geldes vom Tauschmittel bis zum Machtmittel. Und er beschreibt den Einfluss des Geldes auf Individuen, Gruppen und Gesellschaften beim Aufbau von Gesellschaften, aber auch die damit einhergehende Störung und Zerstörung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Es ist wichtig, verbreitete Denkfehler in der modernen Ökonomie und im internationalen Finanzhandel aufzudecken, um die nachhaltige und faire Gestaltung von Gesellschaften zu ermöglichen.

„Good governance“ ist nur möglich, wenn die Illusionen über Geld aufgedeckt werden. Die Entscheidungen über Finanzangelegenheiten und Budgets sollten durch einen rationalen Diskussions- und Entscheidungsprozess herbei geführt und offen vermittelt werden. Nur das kann die Allmacht des Geldsystems zähmen.

Donnerstag 23. November 2017, 19:30 Uhr
Ver.di-Haus Ludwigshafen, Kaiser-Wilhelm-Str. 7