Wer baute das siebentorige Theben, Teil 3

Sa 15. Juli 2017
15:30bis18:30

FORTYONE, Hauptstr. 41, Weinheim:

Wer baute das siebentorige Theben, Teil 3: Das Römische Reich – Exkurs: Der Spartakusaufstand

Das Seminar orientiert sich an der vom britischen Marxisten Chris Harman zur Jahrtausendwende verfassten Menschheitsgeschichte.
Nach dem Streifzug durch die zweiten zivilisatorischen Fortschritte in Nordindien, Nordchina und Griechenland und dem Einstieg in das Römische Reich nehmen wir als nächstes den Spartakusaufstand, sowie weitere Klassenkämpfe, die Politik von Kaiser und Senat und die Gründe für Roms Unfähigkeit für gesellschaftlichen Fortschritt und dessen Niedergang unter die Lupe.
In unserem Exkurs vertiefen wir vor allem den Spartakusaufstand, zu dem Chris Harman folgendes schreibt:
„In den Jahren der schweren gesellschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen den römischen Bürgern kam es auch zu dem größten Sklavenaufstand der antiken Welt, an dessen Spitze Spartakus stand.
Rom hatte ohnehin schon mehr Sklavenaufstände erlebt als Griechenland, möglicherweise, weil sie in viel größerer Zahl eingesetzt wurden. Sizilien wurde beispielsweise in den Jahren 138 bis 132 v.u.Z. von einer Sklavenerhebung erfasst. Zehntausende Hirten- und Ackersklaven nahmen daran teil, und sie erhielten sogar gewisse Unterstützung der dort lebenden freien Bevölkerung, die mit Begeisterung sahen, wie die Reichen litten. Und während die Sklaven auf den Ländereien Ordnung zu halten versuchten, da sie diese selbst zu bestellen hofften, gab sich die freie Bevölkerung Plünderungen hin. Nach dem selben Muster ereignete sich der Aufstand der Jahre 104 bis 101 v.u.Z..
Der Spartakusaufstand war noch sehr viel größer und bedrohte das Herz des römischen Reichs. Er begann im Jahre 73 v.u.Z. mit der Flucht von 74 Gladiatoren. Mit der Zeit schlossen sich ihnen bis zu 70.000 Sklaven an, die ein römisches Heer nach dem anderen zurückschlugen und von einem Ende der Apenninischen Halbinsel zum anderen marschierten. Einmal standen sie vor Rom und besiegten eine von Konsuln befehligte Armee. Statt aber den Versuch zu machen, die Stadt einzunehmen, marschierte Spartakus mit seinen Anhängern zur Südspitze Italiens, weil er hoffte, von dort nach Sizilien übersetzen zu können. Seine Truppen wurden von Piraten hintergangen, die ihnen Schiffe versprochen hatten, und ein römisches Heer schnitt ihnen den Weg zurück in den Norden ab. Einem Teil der Sklavenarmee gelang ein Durchbruch, sie erlitten aber schwere Verluste. Spartakus wurde getötet, allerdings wurde sein Leichnam nie gefunden, und 6.000 seiner Anhänger wurden gekreuzigt. Römische Schreiber behaupteten, dass 100.000 Sklaven bei der Niederschlagung des Aufstandes umkamen.
Die Aufstände im alten Rom haben die Vorkämpfer der Unterdrückten über zwei Jahrtausende hinweg inspiriert. Die Brüder Gracchus wurden von den linken Revolutionären der Französischen Revolution der Jahre 1789 bis 1794 gefeiert. Karl Marx bezeichnete Spartakus als seine historische Lieblingsgestalt, und die von Rosa Luxemburg geführten Revolutionäre nannten sich im Jahr 1918 Spartakusbund.“

Veranstalter.in: Forum Weinheim

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *